Es ist das 30. Schlauchbootrennen der Feuerwehr Bad Liebenwerda auf der Schwarzen Elster. Trotz Maikühle, die Stimmung ist heiß.
Im Herzen muss der Wettergott ein Feuerwehrmann sein. Einen Tag nach den Eisheiligen lässt er es nicht mehr regnen, schickt zwar noch ein wenig Kantenwind und Maikühle, lässt aber immer wieder die Sonne durch die Wolken blinzeln.
Das 30. Schlauchbootrennen der Feuerwehr Bad Liebenwerda, unterstützt vom Feuerwehrverein, auf der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda am Sonnabend, 16. Mai 2026, ist im vollen Gange. Sieben Frauen- und 16 Männermannschaften möchten die Elster aufwühlen. Nach der Auslosung der Vorläufe, zelebriert von Feuerwehr-Ortswehrführer Markus Weber gemeinsam mit Verbandsgemeindebürgermeisterin Claudia Sieber und Bad Liebenwerdas ehrenamtlichem Bürgermeister Johannes Berger, wird der erste Lauf gestartet. Jede Mannschaft muss aus Gerechtigkeitsgründen schon in den Vorläufen zweimal „in See stechen“, da die linke und rechte Flussseite jeweils eine unterschiedliche Strömung aufweisen.
Das Problem an diesem Sonnabend: Leichter Kantenwind führt dazu, dass sich manches Boot auf der Elster verirrt und auch mal die Gegenfahrbahn kreuzt. Natürlich unter der launigen Aufforderung von den Moderatoren Karl Schlegel, Hannes Lorenz und Andreas Hampe, doch nicht „fremdzugehen“. Wie schnell man vom rechten Weg abkommen kann, diese Erfahrung müssen die Winklischen Damen im ersten Lauf sammeln. An der Wechselmarke – angeschlagen werden muss mit dem Paddel an einem Eimer, der an einem über den Fluss gespannten Seil baumelt – führen die Winkelschen noch, doch dann drehen die Maasdorferinnen auf und kommen vor den Konkurrentinnen ins Ziel.
THW aus Herzberg zum ersten Mal dabei
Erstmals dabei ist in diesem Jahr eine Mannschaft vom Technischen Hilfswerk (THW) Herzberg. Gegen 15:30 Uhr starten die Finalläufe. Um Platz drei schlagen bei den Männern die Kameraden aus Stolzenhain die Männer aus Prestewitz. Auch bei den Damen siegen die Stolzenhainerinnen, nämlich gegen Theisa.
Plessa könnte zum Abräumer des Jubiläumsrennens werden, steht sowohl mit der Frauen- als auch mit der Herrenmannschaft im Finale. Plessa packt es. Bei den Herren gegen Dobra, bei den Damen gegen Maasdorf. Grenzenloser Jubel und noch das erste gemeinsame Gruppenfoto auf dem Steg. Für die lustigsten Bilder sorgen wieder die Damen. Denn den ausgerufenen Kostümwettbewerb und die Aussicht auf eine Siegprämie von 450 Euro lassen der Fantasie freien Lauf. So haben einige Mannschaften wie die aus Maasdorf, Theisa, Winkel, Plessa und Stolzenhain beste Chancen, am Ende den Preis zu gewinnen. Maasdorfs fesche Matrosinnen überzeugen Jury und das Publikum.
Apropos Preis: Die Feuerwehrkameraden aus Bad Liebenwerda sind gleich zu Beginn von zwei anonymen Spendern überrascht worden, die einmal 500 und einmal 100 Euro sponsern. Die Gastgeber haben das Geld nicht für sich behalten, sondern an alle teilnehmenden Mannschaften zur Begleichung der Startkosten und für Getränkemarken weitergereicht.
Die Siegerehrung, jede Mannschaft wird nach vorn gebeten, wird zur gemeinsamen Party. Denn eigentlich ist die Platzierung Nebensache. Die Freude über das Kameradschaftsfest der Feuerwehren steht obenan.
Dieses Rennen ist in einem Punkt wie die Vorgängerwettkämpfe: klasse Organisation, eine Versorgungsstrecke, komplett von Feuerwehrleuten und deren Angehörigen abgesichert, die keine Wünsche offen lässt, Aktionsmöglichkeiten für Kinder, Infostände und vor allem eines: eine kameradschaftliche Atmosphäre, die Lust macht, zu verweilen.
Markus Weber ist glücklich: „Ein wunderschönes Jubiläum. Danke allen, die mitgeholfen haben. Und dass am Ende alles alle war, Bratwurst, Zuckerwatte, Kuchen, Schnitzelbrötchen, das hatten wir lange nicht.“
Dazu ein Kulturprogramm mit Big Band im Klossgarten und ausgelassene Stimmung bei Guggemusik. Ronny Weidner, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, selbst nicht der Mann großer Worte, lächelt zufrieden. Und es arbeitet schon wieder in seinem Kopf. Wie schaffen wir es, dass das Event auch weiter eins bleibt? Erste Ideen hat er schon. Auf jeden Fall soll es einen Pokallauf der Jugendfeuerwehren geben, und auch gegen die Auslobung eines Preises für Unterstützer der Feuerwehren (Firmen, Prominente oder Vereine) hätte er nichts.
Eins ist sicher: Das 31. Schlauchbootrennen kommt bestimmt.

